Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Die neue Funktion der Meer: Müllkippen.

Die Menschheit vermüllt ihren Planeten. Das ist soweit nichts Neues und im Allgemeinen lebt man mit dem Fakt. Neue Zahlen offenbaren nun aber doch Erschreckendes. Zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Plastikmüll werden pro Jahr (!) in die Meere geschwemmt und bilden schon längst regelrechte Müll-Inseln. Die wohl bekannteste trägt den Namen Great Pacific Garbage Patch und soll so groß sein wie Mitteleuropa. Allerdings unterscheiden sich hier die Quellen. Einmal im Meer angekommen findet der Müll den Weg in die Mägen von unzähligen Tieren und ist Gift und Todesursache zugleich. Wissenschaftler der amerikanischen Weltraumbehörde NASA haben nun eine Simulation erstellt, die eindrucksvoll zeigt, auf welchen Wegen der Müll in die Meere kommt. Hauptsächlich sind es fünf Strudel, welche den Abfall sammeln und Inseln entstehen lassen. Als Datengrundlage dienten Messungen via schwimmenden Bojen. Zusätzlich haben die Experten tausende Plastikpartikel in ein spezielles Computerprogramm gespeist, in dem die größten Meerströmungen simuliert werden. Final wurden die theoretisch ermittelten mit den praktisch erhobenen Daten verglichen und zusammengefügt. Herausgekommen ist eine Zeitreihe der  Müllbewegung von 1985 bis heute. Eine interaktive Karte veranschaulicht dies. Nun stellt sich bei so einer groß angelegten Sache zwangsläufig die Frage nach der Finanzierung. Größtenteils wurden die Gelder gespendet (Hauptspender ist dabei Salesforce-Gründer Marc Benioff, aber auch via Crowdfunding wurde ordentlich gespendet. Nämlich 2,2 Millionen USD.

Die fünf größten Müllzirkulationen in den Meeren.
 Diese schiere Menge an Unrat die jedes Jahr in die Meere gespült wird sprengt fasdt mein Vorstellungsvermögen. In naher Zukunft ist aber auch kein Ende in Sicht. Zwar gibt es immer wieder mal einzelne Bemühungen und Vorstöße den Kunststoffverbauch einzudämmen, jedoch sind ernsthafte und sinnvolle Resultate noch Mangelware. Ich selber habe (bisher) noch keinen dieser gigantischen Müllberge gesehen und ehrlich gesagt, möchte ich es auch gar nicht.

Die Zickzack-Blattwespe ist auf dem Vormarsch

Aproceros leucopoda
Gebietsfremde Arten, welche für mächtig Trubel in der heimischen Tier- und Pflanzenwelt sorgen sind nichts Neues. Neophyten (Pflanzen) bzw. Neozoen (Tiere) sind ein Problem dessen wir nur sehr schwer Herr werden und mit dem wir leben müssen. Neobiota (der Sammelbegriff für nicht heimische Tier- und Pflanzenarten) kosten jedes Unmengen an Geldern und Manpower. Jetzt gesellt sich ein weitere ungebetener Gast in diesen bunten Reigen und ist gekommen um zu bleiben. Die Zickzack-Blattwespe. Hier ist der Name Programm, denn das Tierchen mit dem klangvollen wissenschaftlichen Namen Aproceros leucopoda frisst sich in zickzackförmigen Bahnen durch seine Lieblingsspeise. Blätter. Das aus Ostasien stammende Insekt wurde bereits 2010 in Deutschland gesichtet, jedoch kamen sie damals nur stark vereinzelt im südöstlichen Bayern vor. Dr. Stephan Blank vom Senckenberg Institut in München gibt nun aber Grund zur Besorgnis. So habe sich diese Art der Blattwespe mittlerweile in ganz Bayern und Teilen Ostdeutschlands ausgebreitet. Ob es bereits zur Etablierung gekommen ist, steht noch nicht fest. Disclaimer: nicht alle Neobiota sind schädlich. Hier muss in "invasiv" und "nicht invasiv" unterteilt werden. Das bedrohliche an dieser Art ist ihr Speisezettel. Die ca. 10 mm langen Larven fressen ausschließlich an Ulmen. Dies ist daher ungünstig, da Ulmen seit Jahrzehnten durch das Ulmensterben (einer aggressiven Pilzinfektion) einen schweren Stand haben und es in freier Wildbahn so gut wie keine alten Ulmen mehr gibt. Um gegen den Pilzbefall gerüstet zu sein, wurden resistente Ulmen-Arten gezüchtet. Allerdings werden auch diese von der Zickzack-Blattwespe nicht verschont. Ein Befall durch solche Larven kann daher dramatische Folgen für die Ulmus-Bestände haben. Das fertige Tier ist lediglich 6 mm lang, bringt im Jahr um die vier Generationen hervor und breitet sich ca. 60 bis 90 km pro Jahr aus. Für so ein kleines Tier ist das eine reife Leistung. Schaut man in die Nachbarländer so bietet sich ein ähnliches Bild. Belgien oder Niederlande haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Daher ist eine passive Verbreitung durch den Menschen (mal wieder) nicht ausgeschlossen. Wie es sich für einen zünftigen Neozoen gehört, steht auch dieser auf der Liste der Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO), auch wenn man es der Seite nicht ansieht wird sie doch fortlaufend aktualisiert. Solltet ihr also ein Ulmenblatt mit auffälligen Fressspuren sehen, dann gebt bitte Bescheid. Entweder mir oder direkt an EPPO. Karte zur Verbreitung dieser Art gibt es natürlich auch. Klickt dazu bitte hier. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, wie die paar verbliebenen Ulmen damit zurecht kommen (Quelle und Bilder: Senckenberg.de).

Fraßspuren von Aproceros leucopoda.
Fraßspuren von Aproceros leucopoda

Bienenrucksack soll dem Bestand helfen

Die Bienen dieser Welt machen eine Schlagzeile nach der anderen. Nur leider sehr wenig erfreuliche. Aktuell haben sie, wie alle Bestäuber, mit ungünstigen Bedingungen zu kämpfen, welche sich negativ auf die Bestandszahlen auswirken. Um neue Erkenntnisse über das Artensterben zu erlangen, haben Wissenschaftler 10.000 Bienen aus verschiedenen Ländern mit einem Sensor versehen. Dieses kleine Stückchen Technik wird auf den Rücken geklebt und ist mit einer Vielzahl an Sensoren bestückt.  Das 5,4 Milligramm leichte Accessoire (immerhin nur ein Drittel des tragbaren Gewichts) registriert bspw. Daten wie die zurückgelegte Entfernung und Strecke vom Bienenstock und sendet diese an einen in Stocknähe stationierten Empfänger. Auf diese Weise soll der Einfluss von verschiedenen Stressfaktoren auf das Flugverhalten der Insekten und damit auch auf das Bestäuben von Pflanzen haben.   Wann, Wie und Wo diese Daten veröffentlicht werden, steht noch in den Sternen. Ein Erfolg bzw. ein Fortschritt in der Bienenforschung ist aber wünschenswert (Quelle und Bild: Süddeutsche Zeitung).

Quelle: Süddeutsche Zeitung (online) vom 27. August 2015
Quelle: Süddeutsche Zeitung (online) vom 27. August 2015

Storchenbilanz: Im Westen besser als im Osten

In den kommenden Tagen steht dem diesjährigen Storchennachwuchs eine harte Bewährungsprobe bevor. Zum ersten Mal fliegen die Jungvögel in die südlichen Winterquartiere. Bemerkenswert dabei, die Eltern kommen erst ein paar Tage später nach. Zeit also Bilanz über die Brutsaison 2015 zu ziehen. Dazu haben die Storchenschützer des NABU e.V. auch schon erste Erkenntnisse erlangt. Christoph Kaatz, von der NABU Bundesarbeitsgruppe Weißstorchenschutz, bekräftigt den seit Jahren anhaltenden Trend, laut dem sich die Bestände in Ost- und Westdeutschland stark unterschiedlich entwickeln. Anders als in den gebrauchten Bundesländern geht der Bestand östlich der Elbe zurück. Gedanken machen muss man sich in Brandenburg. Dort kamen auf ein Brutpaar weniger als 2 Jungtiere. In Zahlen also 0-1. Das reicht nicht für den Arterhalt und macht Brandenburg zum storchenärmsten Bundesland. Obendrein verdrängen ausgedehnte Mais- und Rapsfelder den Lebensraum der Weißstörche. In einem Land wie Bbg, welches quasi nur von Stütze und etwas Landwirtschaft lebt gilt dies besonders. Schaut man sich die Situation im Westen der Republik an, so könnte sie anders nicht sein. Durch günstige Witterung und dementsprechend viel Nahrungsangebot konnten überdurchschnittlich viel Jungtiere nachgewiesen werden. Mit den endgültigen Zahlen ist aber erst Ende des Jahres zu rechnen. Wie auch in den Vorjahren wurden auch 2015 wieder ein paar Störche mit Telemetriesendern ausgestattet und auf die Reise geschickt. So können Daten über Flugroute und-verhalten gesammelt werden. Diese Daten fließen dann in den Artenschutz mit ein. Mehr Infos dazu gibt es hier. Hoffen wir, dass die Tiere den Hin- und Rückflug gut überstehen und ihren Weg zurück finden.

Batnight 2015 - Fledermäuse zählen für den guten Zweck

Es ist mal wieder soweit. Wie auch schon in den Vorjahren wartet auch in 2015 das letzte Wochenende im August mit einer klasse Aktion auf. In Chemnitz feiert man Stadtfest. *BOING*. All jenen, die jetzt nicht abgesprungen sind, meinen herzlichen Dank und euch sei gesagt, dass es nur ein Witz war. Also Stadtfest ist natürlich, jedoch geht dieser Post hier in eine andere Richtung.  Traditionsgemäß ist an dem besagten Wochenende wieder die europaweite Batnight. In der Nacht vom 29.-30.08. dürfen sich Zählwillige wieder auf die Lauer legen und ihren (immens wichtigen) Beitrag zum Fledermausschutz leisten. Insgesamt gibt es in Deutschland 25 unterschiedliche Fledermausarten und allen geht es aktuell in Sachen Bestand nicht gerade rosig. Die Gründe dafür wurden hier im Blog schon ein paar mal beschrieben. Interessierte finden unter diesem Link alle Termine zur diesjährigen Fledermausschau in Form einer interaktiven Karte. Freunde von Tabellen kommen an dieser Stelle auf ihre Kosten. Hauptveranstalter ist mal wieder der NABU und ich bin mir sicher, dass er auch 2015 wieder einen großartigen Job machen wird. Damit ihr nicht ganz unvorbereitet an die Sache herangeht, findet ihr hier alle potentiell vorkommenden Arten im Überblick. An dieser Stelle auch noch einmal mein Dank an alle ehrenamtlichen Helfer, welche sich für den Artenschutz einsetzen und sich die Nacht um die Ohren schlagen. Ohne euch wäre vieles nicht möglich. Danke.
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