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Der Auwald. Was ist das eigentlich?


Ich möchte mit diesem Beitrag auf keinen Fall das Leid welches durch das aktuelle Hochwasser entstanden ist verharmlosen. Dieser Beitrag soll zum Nachdenken anregen und darauf hinweisen, dass ein Teil der Problem hausgemacht ist.



Dieser Artikel befasst sich mit dem FFH-Lebensraumtypen "Auwald" .
Im Anhang I der FFH-Richtlinie ist der Auwald mit dem Code 91E0 und 91F0 beziffert. Daher erkennt man schon, dass es ich um einen besonders geschützten Lebensraum handelt, der europaweit unter Schutz steht und erhalten werden muss.
Aber was ist ein Auwald abgesehen von Paragraphen? Das Wort "Au" kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet "Wasser". Diese Waldtypen verdanken ihre Entstehung dem feuchten Element, und sie werden geprägt von einem ganzen Netz aus Altarmen, Gräben, Rinnen , Grünland und Auwaldresten.
In diesen Gebieten haben viele seltene Pflanzen und Tiere Zuflucht gefunden, die aus anderen Lebensräumen geflohen sind.
Kein anderer Biotoptyp in unserem Heimatland pulsiert derart vor Leben wie unsere natürliche Flussauen.
Die Auwaldreste in der Altmark (Sachsen-Anhalt) gehören zu den wichtigsten Vorkommen, die an der Mittelelbe noch verblieben sind.
Die Elbe ist mit Fischotter, Spechtarten, Kraniche oder Schwarzstorch eine wahre Schatzkammer an Leben. Denn die Elbe ist der letzte große Strom in Deutschland, der noch ungehindert fließen darf.





Der Auwald und seine Arten, Tiere und Pflanzen, leben von regelmäßigen Überschwemmungen und den daraus resultierenden Nährschlamm. Wenn das Wasser wieder gegangen ist, bildet eine nährstoffreiche Schicht den Boden, die optimale Bedingungen für die Vegetation bildet.
Man muss zwischen  dem Einfluss des Grundwassers und dem Einfluss der Hochwasser unterscheiden. Grundwasser durchzieht den Erdboden als breiter, unterirdischer Strom, parallel zu den Bächen und Flüssen.


Die Wurzeln der Auengehölze können mitunter bis in den Grundwasserstrom reichen. Der Stand des Grundwassers schwankt sehr stark mit dem aktuellen Wasserstand des angeschlossenen Fließgewässers. Bei Niedrigwasser strömt das Grundwasser in das Gewässerbett, bei Hochwasser strömt Wasser in die umgekehrte Richtung. Diese Wasserschwankungen spülen das Lückensystem im Boden regelmäßig aus. Der Boden wird zusätzlich mit Sauerstoff angereichert, was für das Wachstum der Pflanzen besonders wichtig ist.

Aufgrund der extremen Flußbebauungen und -begradigungen bleiben immer mehr Überschwemmungen aus und die Auwälder fallen trocken. Dabei waren die Auen im Mittelalter wichtige Sickerflächen.


Was denkt ihr über das Thema? Habt ihr vielleicht einen Auwald in eurer Nähe? Schreibt es mir doch bitte. Entweder auf Google Plus oder in den Kommentaren.

Für weitere Informationen habe ich nochmal ein paar Links für euch zusammengetragen von denen ich denke, dass sie nützlich sind.

Der Auwald-Leben mit dem Wasser (PDF)

Flussauen in Deutschland (interaktive Karte auf FLASH-Basis)



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