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Neophyten in den "Toten Tälern" bei Naumburg

Wie ihr sicherlich aus einem der vorherigen Beiträge wisst, oder auch nicht wisst, bin ich zur Zeit in ein Hochschulprojekt involviert, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, in dem NSG "Tote Täler" bei Naumburg in Sachsen-Anhalt eingeschleppte Pflanzen (Neophyten) zu kartieren. Dies ist eine wichtige Sache, da man gerne ein Bild von der Ausbreitung nicht einheimischer Pflanzen in dem Gebiet hätte.

Der Artikel dazu ist hier.

Gestern war es nun also soweit. Ich absolvierte meinen ersten Geländetag. Nach einer schier unendlichen Zeit der Vorbereitung und Recherche war es schön, das Gebiet einmal "live" zu sehen.

Da es ein Ding der Unmöglichkeit ist das komplette Gebiet zu kartieren (es sind immerhin rund 860 ha) habe ich mir fünf Kennarten herausgesucht:

  • Laburnum

  • Syringa vulgaris

  • Solidago canadensis

  • Pinus nigra und

  • Prunus mahaleb


Natürlich wurden auch alle anderen Neophyten kartiert, die ich im Vorübergehen gesehen habe.

Der Goldregen (Laburnum) wurde dort einst angepflanzt und als optische Verschönerung genutzt. Man muss dem Laien zu Gute halten, dass diese Pflanze wirklich sehr schön aussieht, wenn sie blüht. Leider sind die ökologischen Folgen die reinste Katastrophe.

Er treibt sehr schnell wieder aus, nach der letzten Entbuschung im Januar 2013 hat er bereits jetzt eine Höhe von ca. 35 cm-50 cm erlangt.

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Desweiteren werden diese Flächen mit Ziegen beweidet. Mein Job ist es nun zu sehen, wie diese Neophyten verbissen werden. Im Falle eine Ja, muss man halt kartieren und untersuchen ob dadurch die Ausbreitung verhindert oder gesenkt werden kann. Ich bin schon gespannt was da zu Tage kommt.

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Sogenannte Burenziegen sind für die Beweidung dieser optimal. Sie sind geländegängig und vertilgen am Liebsten Gehölze. Zur Aufnahme von Mineralien und Salzen schälen sie sogar die Rinde von den Bäumen und bewirken auf Dauer ein Absterben. Genau das wollen wir mit den Neophyten erreichen. Eine Eindämmung auf natürlichem Wege, ganz ohne Pestizide und andere Gifte.

Ob uns das gelingt wird sich in 5-6 Wochen zeigen, denn da kontrollieren wir den Verbiss.

Ein ebenfalls problematischer Geselle ist die Schwarz-Kiefer (Pinus nigra), durch den hohen Samendruck und -ausstoß der Kiefer verbreitet sie sich in rasantem Tempo. Wir haben auf einer Fläche mit einer "Mutterkiefer" bereits 17 Schößlinge gezählt. Tendenz steigend. Dadurch kann sich die heimische Wald-Kiefer nicht mehr der hohen Konkurrenz erwähren und wird zurückgedrängt.

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Offenland


Nochmal ein Aufruf an euch: Jeder der auch in seinem Gebiet Neophyten erkennt und kartieren möchte kann dies unter www.korina.info machen. Es ist eine freie Datenbank die der Erfassung eben solcher Pflanzen dient.

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