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Naturschutz - weil's wichtig ist.

Streifzug ins Moor

Wie schon im Laufe der Woche angekündigt, fand heute im sächsichen Bad Düben das Jahrestreffen der ehrenamtlichen Naturschützer.

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Wie jedes Jahr konnte man im Voraus aus einer Vielzahl an Exkursionen wählen. Ich suchte mir die mit dem Namen "Streifzug ins Moor" heraus und war gegen halb zehn auf dem Weg in den Zadlitzer Bruch. Betreut wird dieses ganze Gebiet und Projekt vom Zweckverband "Presseler Heidewald und Moorgebiet". Dieses Moor ist laut C14-Methode ca. 10000 Jahre alt und ist ein Durchströmungsmoor und ist am Ende einer Stauchmoräne gelegen. Als Untergrund wurde eine schüsselförmige Grundmoräne bestimmt. Dies bedeutet, dass dieses Moor keinen Anschluss an Grundwasser hat. Alles Wasser im Moor kommt vom Regen und eventuellem Schmelzwasser.

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Wie bei allen Mooren in Deutschland, wurde auch hier Torf abgebaut, bis zu 200 cm Stichtiefe. Angefangen wurde damit im Jahre 1840 und ging im ersten Intervall bis 1914. Zu DDR Zeiten wurde der Abbau wieder aufgenommen aber nicht mehr mit voller Kapazität betrieben. Der auf diesem Wege geförderte Torf wurde zur Heizgewinnung verwendet. Die umliegenden Heilbäder Bad Düben und Bad Schmiedeberg verweigerten die Nutzung des Torfes, er hatte eine zu schlechte Qualität. Für ihre Zwecke wurde Torf aus Polen importiert. Dies hatte zur Folge, dass die Ringelnatter in das Gebiet eingeschleppt wurde. Sonst ist nur die Glattnatter in diesen Gefilden heimisch.

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Durch die Abtorfung trocknete das Moor zunehmend aus und wurde trocken gelegt.  Erst im Jahre 2004 machte sich der oben genannte Zweckverband an die Aufgabe das Wasser im Moor wieder anzustauen. Es war interessant, aber nicht wirklich überraschend, zu hören welche politische Hürden dafür genommen werden mussten. Bei dem Bau von Dämmen, für das Anstauen des Wassers, hatten die Arbeiter unerwartete Hilfe bekommen. "Meister Bockert" hatte sich dem Treiben angeschlossen und ebenfalls Dämme gebaut. Durch diese Mitarbeit konnte man sogar dem Zeit- und Kostenplan ein Schnippchen schlagen.

Besonders wichtig ist das Moor als Lebensraum für viele verschiedene Tiere und Pflanzen. 2009 wurde eine Bruterfassung von Hochmoorlibellen durchgeführt und allerhand Highlights entdeckt.

Als Auswahl soll hier erwähnt werden die    Hochmoormosaikjungfer
Nordische-, Östliche-, Kleine- und Große Moorjungfer
Zwerglibelle (galt bisher in Sachsen als ausgestorben)

Ebenfalls vorkommend sind Teich- und Moorfrosch, sowie Brut- und Rastplätze von Kranichen.

Als Vertreter der Flora ist das Wollgras und der Mittlere Sonnentau zu nennen (Sonnentau siehe Foto).

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Es war wieder eine sehr gelungene Veranstaltung und was mich besonders gefreut hat, waren die Jüngeren Teilnehmer. Es scheint so, als ob Naturschutz langsam bei der Jugen ankommt. Hoffentlich bestätigt sich dieser Trend.
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