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Naturschutz - weil's wichtig ist.

Landschaftspflege auf einem Halbtrockenrasen

Ich nutzte den Tag um in der Landschaftspflege tätig zu werden. Laut der "Handlungsanweisung zur Kartierung der nach §37 NatSchG LSA gesetzlich geschützten Biotope im Lande Sachsen-Anhalt"  sind unter Punkt 20.2. die Einstufungskriterien, die einen Trocken- oder Halbtrockenrasen, ausmachen aufgeführt. Zusammengefasst muss eine geeignete Fläche min. 100m² Fläche haben und darf nur maximal 30% verbuscht sein.

Um das zu erreichen bzw. auf unter 30% zu bekommen, muss in regelmäßigen Abständen entbuscht werden.
Die Fläche um die es geht, befindet sich im NSG Tote Täler im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Vorzugsweise wird durch Beweidung entbuscht, wäre da nicht ein Problem auf dieser Fläche. Jungwuchs von Betula pendula, Hänge-Birke. Birken zählen zu den Pionierpflanzen, das heißt zu den Erstbesiedlern, wann immer eine freie Fläche der Sukzession freigegeben wird, kommen die Birken mit als erste Gehölzart. Diese Fläche wurde bereits im Februar 2013 das erste Mal entbuscht und heute waren die Spießer schon wieder 50cm-70cm hoch. Daraus lässt sich ein schnelles Wachstum und wenig Nährstoffbedarf ableiten. Dies alles jedoch auf Kosten der Lebensdauer. Betula pendula wird im Schnitt 80-100 Jahre alt.

Da dieses Areal mit Schafen beweidet werden soll und diese keine Gehölze fressen, müssen die jungen Gehölze mit Hand oder Freischneider entfernt werden.



Wie ihr auf dem oberen Bild sehen könnt, befindet sich auf der Fläche noch ein paar geschützte Orchideenarten, die Händelwurze, diese sollten auf jeden Fall stehen bleiben. Jeder der schon einmal einen Freischneider in der Hand gehabt hat, weiß wie schwer es ist mit chirurgischer Präzision zu arbeiten. Aber was soll's, was muss das muss.


Wichtig ist es, nicht zu tief in den Boden zu schneiden, obwohl es da auch andere Ansichten gibt, um die etablierten Orchideen-Arten nicht nachhaltig zu schädigen. Nach einer erfolgreichen Entbuschung stehen nur noch die Zielarten oder die Problempflanzen sind soweit zurückgedrängt, dass die Weidetiere den Rest problemlos dezimieren können.


Das entstandenen Mahdgut wird entweder als Heu verwendet oder in bestimmten Maßen auf der Fläche liegen gelassen. So manches Schaf findet darin noch eine kleine Leckerei. Außerdem dient das Mahdgut als organische Substanz für neues Pflanzenwachstum.  Entbuschung ist eine wichtige Maßnahme in der Landschaftspflege. Würde man diese ausfallen lassen, so erfüllt der Trocken- oder Halbtrockenrasen im schlimmsten Falle nicht mehr die Anforderung um ein gesetzlich geschütztes Biotop zu sein und würde seinen Schutzstatus verlieren.


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