Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Landschaftspflege und ein paar Videos

Heute war es, dank dem Wetter, ein angenehmer Arbeitstag. Bei leichter Bewölkung und stellenweise blauem Himmel stand eine Pflegemaßnahme in der Oranienbaumerheide bei Dessau, Sachsen-Anhalt, auf dem Plan.
Die Heide ist ein laut FFH-Richtlinie geschützter Lebensraumtyp, LRT 4030, und somit vor jeglicher Beeinträchtigung die zum Verschlechtern des Gebietes führt zu schützen.


Meine Aufgabe, im Rahmen eines Hochschulprojektes, ist es immer mal auszuhelfen, wenn Not am Mann ist. So auch heute.

An ein paar Stellen macht sich ein unerwünschter Besucher breit. Diese schön blühende Pflanze ist im Garten hübsch anzuschauen aber in der mitteleuropäischen (freien) Natur höchst unerwünscht. Die Rede ist von der Wolfs- oder Feigbohne oder schlicht und einfach Lupine (Lupinus spec.) 




Lupinen sind Vertreter der Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und bestechen durch ihren Blütenreichtum und ihre Farbe. Im Garten- und Landschaftsbau sind sie schon längst etabliert und erfreuen sich großer Beliebtheit. Wie aber mit vielen ehemaligen "Gartenpflanzen" ist auch diese Art ausgebrochen und hat sich in der Natur eine neue Heimat gesucht. Speziell auf der Fläche um die es hier geht, ist aber von einer Ansaat auszugehen. Es stand in grauer Vorzeit ein Forsthaus samt Garten an diesem Fleck.




Jeder der Lupinen selbst im Garten hat, kennt die Arbeit die es macht, sie im Zaum zu halten. Das obere Bild zeigt einmal eine solche Wurzel. Dabei ist es ein eher kleines Exemplar. Es ist bekannt, dass sie Wurzeltriebe von 150 cm Länge ausbilden.


Da diese Fläche auch beweidet wird (dazu später mehr) liegt der Gedanke nahe, die Lupine einfach den Tieren zu überlassen. Nun ja, das ist nur teilweise richtig. Lupinensamen enthalten erstklassiges Eiweiß, welches als Sojaersatz in der Futtermittelbranche und für die menschliche Ernährung zum Einsatz kommt (Nicht bei Pferden). Aber hierbei handelt es sich um ungiftige Zuchtsorten.


Denn Lupinen enthalten außerdem noch Lupinin. Für Allergiker mit einer Allergie gegen Hülsenfrüchte kann der anhaltende Verzehr problematisch werden.


Da ich euch aber nicht damit langweilen möchte, wie ich den ganzen Tag Lupinen ausgegraben habe, sondern euch etwas vom Naturschutz (obwohl "Lupinenausgraben" auch dazu zählt) näherbringen möchte, kommen wir zur Beweidung der Heideflächen.




Heiden sind entstanden durch intensive Beweidung mit Großherbivoren, zu einer Zeit als es noch ganz normal war, dass Rinderherden durch die mitteleuropäische Landschaft zogen. Später haben Bauern Waldflächen gerodet und auf diesen neu entstandenen Offenlandboden ihre Tiere grasen lassen. Durch ständigen Tritt und konstantem Fressen wurden diese Bereiche offen gehalten und so bildete sich ein wahres Mosaik an Lebensräumen heraus.


Wie eingangs erwähnt, ist die Heide ein FFH-Lebensraumtyp  und somit ist Deutschland dazu angehalten diesen Lebensraumtypen zu erhalten. Und wie erhält man ein durch Beweidung entstandenes Gebiet?

Genau, mit Beweidung.


In diesem speziellen Fall kommen Heckrinder und Konikpferde zum Einsatz. Beides sind robuste Rassen, die auch mit dem hiesigen Winter klar kommen.


Anstatt langer Texte und Erklärungen habe ich heute mal ein paar (amateurhafte) Videos und Bilder für euch, die die Weidetiere bei der Arbeit zeigen



Zu den Bildern:








Zu den Videos:












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