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Naturschutz - weil's wichtig ist.

Städtische Grünflächen

Ich bin heute mal durch meine Heimatstadt Chemnitz spaziert und habe mich mal von dem "neuen Grünflächenkonzept" überzeugt. So richtig neu ist es nicht mehr, es gilt schon ein paar Jahre, aber jetzt trägt es die ersten "Früchte".

Vor einer Weile hieß es nämlich, die Stadt wolle die städtischen Grünflächen weniger oft mähen und somit "Biotope schaffen". Meine Vermutung ist es ja eher, dass man auf diesem Wege wieder einen Weg gefunden hat um zu sparen. Wie dem auch sei, viele Bürger beschweren sich über den neuen "liederlichen" Look der Stadt, besonders in den zentrumsfernen Gebieten, aber ich finde es ganz schön. Eine blühende Wiese ist allemal besser als ein steriler Rasen. Also habe ich mich mal aufgemacht um mir ein Bild davon zu machen.


Ich habe es schon im Frühjahr bemerkt, dass sich eine Vielzahl von Bestäubern auf diesen Flächen tummeln. Unter den beobachteten Tierchen waren nicht selten Vetreter der Wildbienen. Diese solitär lebenden Gesellen sind für mich immer eine kleine Freude.


Das obige Bild zeigt ein verlassenes Gartengrundstück, seit ich es kenne ( ca. seit 1995) ist es unbenutzt und von Jahr zu Jahr steigt die Pflanzendichte sowie das Arteninventar. Standen am Anfang nur die üblichen Ruderalarten wie Taraxacumm off. oder Plantago spec. , so ist es jetzt eine feine Ansammlung von allen möglichen Arten. Eine ebenfalls feine Entwicklung ist der Baumbestand. Ein paar der insgesamt 10 Bäume (leider schlecht zu sehen) sind mittlerweile der Zeit zum Opfer gefallen und bieten nun, als Totholz, verschiedenen Käfern, Vögeln oder Kleinsäugern Lebensraum.


Auf diesem Bild ist eine ungewöhnliche Maßnahme zu sehen. Ehemals befand sich dort ein Parkplatz für Wohnhäuser. Im Zuge der Abwanderungswellen aus Chemnitz wurden die Wohnungen sowie die Parkmöglichkeiten nicht mehr gebraucht und die Stadt hat, um Kosten zu sparen, den Beton aus dem Bogen "gepickert" und die so entstandene Fläche mit Erde aufgefüllt uns teil begrünt. So ist im Laufe der Jahre eine schöne "Wildwiese" entstanden.



Jetzt fragen sich bestimmt einige, warum ich diesen Beitrag geschrieben habe. Nun ja, zum Einen finde ich es eine feine Variante bestehende Flächenversiegelung aufzulösen und etwas "Natur" in die Stadt zu bringen. Desweiteren ist eine Fläche, die auf den ersten Blick "ungepflegt" und "liederlich" ja sogar "schlampig" aussieht, auf den zweiten Blick viel mehr als das. Bei genauerem Hinschauen bieten solche Areale einen wahrhaft genialen Lebensraum für kleinere Tiere. 

Auf diese Weise bewirkt der anhaltende Sparzwang in deutschen Gemeinden auch etwas Gutes und trägt auf seine Art zum Naturschutz bei.

In diesem Sinne.



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