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Naturschutz - weil's wichtig ist.

Biosphärenreservat Mittelelbe


Auf der Tagesordnung stand heute eine kleine Radtour. In das Biosphärenreservat Mittelelbe. Das Biosphärenreservat erstreckt sich über eine riesige Fläche und befindet sich in Sachsen-Anhalt. Das Ziel oder der Zweck eines Biosphärenreservats ist es, den Naturschutz und eine extensive, nachhaltige Bewirtschaftung unter einen Hut zu bringen. Im Klartext heißt dies, es ist in bestimmten Teilen für Touristen oder Besucher passierbar. Die zentrale Kernzone jedoch darf von niemandem betreten werden, da hat die Natur Ruhe und Platz um sich so zu entfalten, wie sie es gerne möchte.



©Thomas Engst


Um vom schönen Salzlandkreis nach Steckby zu kommen, denn dort befindet sich das Biosphärenreservat, muss man zuerst einmal die Elbe überqueren. Dies macht man am besten mit der Elbfähre bei Aken. Dieses Fährschiff braucht nur die Strömung um über den Fluss zu kommen. Alles ohne Strom. Für Notfälle ist noch ein Dieselmotor an Bord aber wohl eher nur aus Vorschrift.


In Steckby angekommen lädt die Umgebung zum Verweilen ein. Gleich am Ortseingang kann man diese alte Eiche sehen.

©Thomas Engst

Was auf den ersten Blick "nur" wie ein Stück Holz aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein wahrer Schatz der Natur. Diese alte Eiche ist Lebensraum für eine seltene und besonders geschützten Käferart. Dem Großen Eichenheldbock (Cerambyx cerdo). Dieser xylobionte Käfer ist in der FFH- Richtlinie (Infos dazu im Blog) aufgeführt und ist somit eine äußerst relevante Art für den Naturschutz.

©Thomas Engst

Auf dem oberen Bild kann man die Eingangslöcher der Käfer sehen.  Die Käferlarven wachsen im Holz des Baumes auf und verbringen die erste Zeit ihres Lebens in unmittelbarer Nähe. Sie benutzen ausschließlich Eichen als Wohnstätte. Ich frage mich, wieso gerade Eichen? Sie haben hartes Holz und sind durchsetzt von Gerbstoffen. Eventuell nutzen sie diese Tatsachen als Schutz gegen Fressfeinde. Ich weiß es nicht.

©Thomas Engst

Am Eingang des Biosphärenreservates gibt eine Karte Auskunft über die möglichen Radtouren. Wer möchte kann ein Stück den Elberadweg entlang sausen. Die Strecke verläuft inmitten eines schönen Kiefernwaldes. Der Duft von frischem Holz und Harz ist schon etwas wunderschönes.

©Thomas Engst

Ein weiteres Highlight sind die Schöneberger Wiesen, auf diesen landwirtschaftlich genutzten Flächen stehen weitere alte Eichen, auch alle mit den Großen Heldböcken bewohnt. Es ist ein schöner Anblick den man bekommt,wenn man den Blick einmal rundum schweifen lässt.

©Thomas Engst


Als absoluten Geheimtipp für jeden durstigen und ermatteten Radfahrer ist die Domäne Badetz, in der gleichnamigen Stadt, zu empfehlen. In einem sehr geräumigen Biergarten erfährt man eine herzliche Gastfreundschaft und genießt ein wunderbares Ambiente.

©Thomas Engst

Auf dem Rückweg führt die Strecke an dem ehemaligen Heutrockenplatz  der Städte Steckby und Badetz vorbei. Ich denke zumindest, dass er heute nicht mehr genutzt wird. Jedenfalls ist es eine schöne artenreiche Wiese auf der sich das Leben geradezu tummelt.

©Thomas Engst

Die Tour war mit ihren ca. 30 km nicht besonders lang aber man bekommt einen herrlichen Einblick in die Natur geboten. Ich kann jedem einen Besuch in dieser Gegend empfehlen. Ebenfalls gibt es in Steckby eine Vogelschutzwarte welche sich immer über wissensdurstige Besucher freut und für Fragen zum Thema jederzeit zur Verfügung steht.



Wenn ihr diesen Beitrag bis zum Ende gelesen habt, gebührt euch mein Dank und ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

In diesem Sinne...








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