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Naturschutz - weil's wichtig ist.

Warum Offenlandpflege?-am Beispiel der Sandsilberscharte



Mit diesem Blick startete heute mein Arbeitstag. Sieben Uhr morgens sah es heute so in der Oranienbaumerheide aus. Auf dem Plan stand heute eine erneute Zählung von Keimlingen der Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides). Diese Zählung hat aber nichts mit den bisherigen zu tun.


Ich werde recht häufig gefragt, was denn die Erhaltung von Offenland mit Naturschutz zu tun hat. Nun ja, das möchte ich gerne im Folgenden erklären. Am Besipiel der Sand-Silberscharte. Wie bereits in einem der letzten Beiträge erwähnt, ist Jurinea cyanoides eine Anhangsart der FFH-Richtlinie. Als solche genießt sie besonderen Schutz und aktive Handlungen die zur Zerstörung/Beeinträchtigungen der Bestände führen sind verboten.


Nun ist sie aber sehr anspruchsvoll in ihrer Standortwahl. Sie benötigt einen offenen, sandigen Boden mit wenig Trittbelastung in den Anfangsjahren. Wenn sie sich ersteinmal etabliert hat, ist sie dagegen weitestgehend unempfindlich. Solche Bedingungen sind in der Landschaft nur noch sehr selten zu finden. In der Oranienbaumerheide, bei Dessau, haben wir das Glück, durch die Beweidung mit Großherbivoren, genau diese Bedingungen geschaffen zu haben. Es ist uns gelungen, eine kleine Population aufzubauen.

Der dringend benötigte Offenboden, im großräumigen Verhältnis auch Offenland, wird durch den Fraß und Tritt der Weidetiere ermöglicht.




Auf dem obigen Bild seht ihr ein blühendes Exemplar der Sand-Silberscharte. Ein besonders schönes Detail sind die vier Blüten, leider sind nur drei zu sehen. In der freien Landschaft hätte diese Art durchaus eine Chance, wenn die wenigen geeigneten Böden die es gobt, ebenfalls durch Beweidung oder gelegentliche Mahd gepflegt, sprich offengehalten würden. Leider ist das ein sehr unrentables Unterfangen. Die Folge sind eintretende Nährstoffe, meist durch den Regen von angrenzenden Flächen eingespült. Fehlende Entnahme der Nährstoffe führt zu einer Veränderung des Bodens und der Pflanzengesellschaft. Sicherlich trägt die natürliche Sukzession auch ihren Teil dazu bei.


Der heutige Naturschutz hat nichts mehr mit dem klischeehaften Denken mancher Menschen zu tun, wir würden teures Steuergeld nur für Krötentunnel oder Protestdemos verschwenden. In den meisten Fällen ist es eher ein Hand-in- Hand mit den unterschiedlichsten Behörden oder Branchen.


Ein netter Nebeneffekt, an der Arbeit am Freien, ist die Gelegenheit zum Beobachten. Zwei besonders schöne Gesellen habe ich mal auf den folgenden zwei Bildern für euch festgehalten.




Irgendwo auf dem Bild ist ein Warzenbeißer versteckt.




 Das ist einer der markantesten Käfer unserer Fauna- der Mistkäfer.






Vielen Dank, wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt.



In diesem Sinne...
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