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Naturschutz - weil's wichtig ist.

Was ist eigentlich die FFH-Richtlinie?

Viele haben mich in den vergangenen Tagen gefragt, was denn nun diese FFH-Richtlinie sei, von der ich hier ab und an erzähle oder die hier Erwähnung findet.

Also versuche ich mich einmal an einer Erklärung. Die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie, wie sie mit vollem Namen heißt, ist ein seit 1992 erdachtes und gültiges Regelwerk für alle EU-Mitgliedsstaaten. Sie hat die Aufgabe als Grundlage für den Schutz bestimmter Tier- und Pflanzenarten zu dienen. Ebenfalls ist sie Grundlage des europaweiten Schutzgebietsystems "Natura 2000" In ihr findet sich eine Auflistung verschiedener Kategorien, sogenannter Anhänge.

Diese Anhänge (6 Stück) stehen für verschiedene Bereiche des Schutzes. Die Anhänge lauten wie folgt:

Anhang I: Natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Darin sind sogenannte Lebensraumtypen aufgezählt, die unter besonderem Schutz stehen Ein Beispiel wäre der von mir geliebte Auwald. Dieser hat die Kennziffern 91E0 und 91F0. Ebenso enthalten ist mein Lieblingslebensraum 91J0. Den könnt ihr aber einmal selbst herausfinden (FFH-Richtlinie).

Anhang II:Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Anhang II ist ein ganz besonderer, weil wichtiger, Anhang. In ihm findet ihr eine Auflistung aller unter Schutz stehenden Tiere und Pflanzen für die ein Lebensraum /Schutzgebiet ausgewiesen werden muss. Zum Beispiel ist da auch die Sand-Silberscharte bzw. Jurinea cyanoides, zu finden. Alle aktiven Handlungen, die zur Zerstörung der im Anhang II stehenden Arten führen, sind verboten.

Anhang III: Kriterien zur Auswahl der Gebiete, die als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung bestimmt und als besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden können.

Nun ja, mit dem Anhang III habe ich persönlich recht wenig zu tun, was aber nicht heißen soll, dass er nicht wichtig ist. Anhang III regelt die Ausweisung von Schutzgebieten, will heißen, er gibt die Kriterien vor, die ein bestimmtes Gebiet erfüllen muss um eine Einstufung als Schutzgebiet zu erhalten. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Anhang IV: Streng zu schützende Tier-und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse.

Ähnlich wie Anhang II finde ich diesen hier als den wichtigsten in der gesamten Richtlinie. Hier wird jedes unter strengem Schutz stehende Tier und jede Pflanze aufgeführt. Alle hier erwähnten Arten genießen strengen Schutz und dürfen daher nicht dezimiert werden. Aktuell ist es ein heikles Thema mit dem Wolf, zumindest im Osten Sachsens und Brandenburg. Die Formulierung "...streng zu schützende..." zeigt schon, dass hier eine härtere Gangart gefahren wird. 

Anhang V: Tier -und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, deren Entnahme aus der Natur und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein können.

Im Klartext beschäftigt sich dieser Anhang mit dem Handel und der Nutzung von Tier-und Pflanzenarten. Eine kleine Anekdote gibt es zu erzählen, dass unsere Freunde aus "Fronkreisch" dafür Schuld tragen, dass bestimmte Schnecken im Anhang V enthalten sind. Nur aus diesem Grund. 

Anhang VI: Verbotene Methoden und Mittel des Fanges, der Tötung und Beförderung.

Diesen Artikel sollten sich mal ein paar spezielle Weidmänner des Nächtens unter ihr Kopfkissen legen. Hier wird beschrieben, welche Methoden, bspw. zur Jagd statthaft sind und welche nicht. Ich habe schon viele Jäger bei ihrem Tagwerk beobachten können, die eindeutig dagegen verstießen. 

So, ich hoffe euch mit diesem kleinen Abriss die FFH-RL ein wenig näher gebracht zu haben. Wie immer gilt, wenn ihr fragen habt, so stellt diese. Ich tue mein Möglichstes um sie zu beantworten.

Hier noch der Link zur FFH-Richtlinie und zur dazugehörigen Webstite.

In diesem Sinne...



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