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Naturschutz - weil's wichtig ist.

Was macht eigentlich die Biodivesität?

Die Biodiversität ist seit einigen Jahren das Flaggschiff im Naturschutz. Wenn man dieses kleine Wort möglichst oft in Projektanträgen oder Maßnahmeplänen unterbringt, ist man schon einmal auf der sicheren Seite. 
Im Jahre 2007 wurde von der Bundesregierung ein Paket mit 330 Zielen und 430 Maßnahmen zur Biodiversitätsverbesserung entwickelt und vorgestellt. Die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt.
Die Bundesländer haben bei dieser Aufgabe eine entscheidende Rolle, nämlich die der Umsetzung. 6 Jahre später hat eine Analyse der Umweltschäden durch führende Umweltverbände wie BUND und NABU eine Zwischenbilanz gezogen und die Ergebnisse in Form einer Ampel dargestellt. Das Ergebnis: in keinem einzigen Bundesland steht die Ampel auf grün. Somit hat bisher kein Land die Ziele für einen erfolgreichen Arten- und Biotopschutz erreicht.





Aber was sind die Gründe dafür? Es ist leider ein trauriger Fakt, dass in den meisten Bundesländern an einer ressortübergreifenden Umsetzung mangelt. Ihr werdet das sicherlich kennen, es ist ein Ding der Unmöglichkeit mehr als 2 Ämter/Behörden untereinander zu koordinieren. Mit positiven Beispiel sind hier Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und das Saarland zu nennen. Baden-Würtemberg hat immerhin schon einen "Plan" erstellt, wie eine Umsetzung möglich sei. Nach 6 Jahren ist das eine erstaunliche Leistung. Desweiteren wird der vom Bund aufgestellte Zeitplan nicht ernst genommen und auch nicht konkretisiert.

Dabei ist es allerhöchste Zeit für einen umfangreichen Biodiversitätsschutz. In Deutschland gelten ca. 72,5 % der Lebensräume für Pflanzen und Tiere als gefährdet. Im globalen Maßstab heißt das: Jede achte Vogelart, jedes vierte Säugetier und jeder vierte Nadelbaum.

Um noch einmal auf Deutschland zurück zukommen, hier bei uns ist jede zweite Vogelart, 30% der Pilzarten und 30% der Farn-und Blütenpflanze gefährdet. Je länger also gewartet wird, bis man etwas gegen den Artenschwund unternimmt, desto teurer wird die ganze Angelegenheit.

Nun zur Erklärung des Ampelsystems. Die verschiedenen Umweltverbände haben je nach Umsetzungsstand der Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt der jeweiligen Länder entsprechend einem Ampelmodell verschiedenen Farben vergeben. Die Länder Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Sachsen wurden mit Gelb bewertet.

Die Schlusslichter dieser Bewertung bilden Baden-Würtemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Belohnt wurde das mit der Farbe Rot.






Leider erreichte kein einziges Bundesland auch nur die Hälfte der maximal möglichen Bewertungspunkte. Bewertungskriterien waren u.a. der Anteil der in jedem Bundesland ausgewiesene Wildnis- und Naturschutzgebietsflächen. die Fläche zukünftiger Urwälder und die Gebiete, die unter Schutz der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie stehen.

Desweiteren wurde die Anzahl der fertig gestellten Managementpläne für die Schutzgebiete sowie der Anteil der Flächen mit ökologischem Landbau und der Einsatz von Geldern für Agrarumweltmaßnahmen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes bewertet.


Man kann nur hoffen, dass irgendwann der Naturschutz ernst genommen und nicht mehr als Stiefkind behandelt wird. Verdient hätte er es.


In diesem Sinne...


Quelle: Bfn



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