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Naturschutz - weil's wichtig ist.

Herbstwanderung durch den Südharz - II

Dieser Beitrag ist der Zweite aus einer Reihe von unbekannter Länge. Wer den ersten Artikel noch nicht gelesen hat, ist zum besseren Verständnis empfohlen, der klickt bitte hier.

Wie gestern bereits geschrieben, möchte ich heute den Beitrag, oder die nächsten zwei Beiträge, dazu nutzen um euch etwas über die Wanderung / Exkursion an sich zu erzählen.
Ausgangspunkt war das kleine Städtchen Uftrungen. Wenn es irgendwo die sieben Zwerge gibt, dann dort. So ein niedliches, verschlafenes Dörfchen findet man selten.

Bei schönstem Sonnenschein startete unsere Gruppe, bestehend aus 20 Wanderlustigen den Rundweg. Es war eine klasse Mischung. Botaniker, Geologen und Vogelkundler mischten sich mit Interessierten und Laien und schon bald zeugte ein munteres Geplapper davon, dass man sich bestens verstand. Ein Biosphärenreservat besteht aus drei Zonen oder Gebieten. Ganz im Zentrum ist die sogenannte Kernzone, in dieser hat der Mensch nichts verloren und die Natur ihre Ruhe und kann quasi machen was sie will. Diese Form des Naturschutzes nennt man Prozessschutz. Eine solche Zone mit mindestens 3% der Gesamtflächengröße ist vorgeschrieben und damit Pflicht.

Vorbei ging es an schönen sanft geschwungenen Hügeln und saftig grünen Wiesen. Der Regen der letzten Tage hatte den Pflanzen noch einmal einen kleinen Kräfteschub verpasst.
Aber mit Gummistiefeln und einem Pulli ausgerüstet spürte man die Kälte kaum. Waren es während der Fahrt noch 6°C so zeigte das Quecksilber jetzt nur noch 4° über Null.

Dieses Bild zeigt unseren “Wanderweg”. Eine ehemalige Schaftrift. Eine Schaftrift ist ein Weg oder eine Passage, die früher von Wanderschäfern und ihren Herden genutzt wurden. Auf diese Weise hat man das Gras der Wiesen kurz gehalten und durch die im Fell der Tiere hängenden Pflanzensamen einen optimalen und weitreichenden Pflanzentransport erzielt. Mit dem Verschwinden der Schäfer fällt auch diese Pflege weg und die Fläche muss wieder maschinell gemäht werden.


Wenn man den Wald betreten hat, kommt man sich vor wie in einem Märchenwald. Alte, hochgewachsene Buchen und Eichen ragen majestätisch in den Himmel. Ihre Stämme sind mit Flechten und Pilzen bewachsen, was ihnen etwas verwunschenes verleiht.
Bei diesem Wald handelt es sich um einen bodensauren Orchideen-Buchenwald mit ein paar besonderen Vertretern. Zum Einen wäre da die Elsbeere zu nennen, leider auf keinem Foto vertreten. Dieser Baum hat das härteste Holz was es in unseren Gefilden gibt. Um einiges stabiler als Ulme oder Eiche. In Süddeutschland kommt sie häufiger vor, sodass man dort von aus ihren Früchten einen sehr leckeren, sehr teuren Schnaps machen kann.  Die Elsbeere vermehrt sich auf besondere Weise. Nämlich durch Wurzelbrut. Das bedeutet, das ihre Wurzeln neue Bäume hervorbringen. Meines Wissens nach gibt es nicht sehr viele Bäume die sich diese Ausbreitungsstrategie zu Nutzen machen.

In vielen dieser Bäume findet man Höhlen von Waldlebewesen. Spechte und Fledermäuse aber auch ein Waschbär geben sich hier die Klinke in die Hand.

Als zweiten besonderen Waldbewohner ist der Dornige Schildfarn (Polystichum aculeatum) zu nennen. Auf geeignetem Boden werden die Wedel ca. 40 cm lang, auf dem hiesigen Gipsboden, der auch noch sauer ist, muss man sich mit weniger begnügen.

Im gestrigen Beitrag ist die Rede von Karstrillen gewesen. Diese entstehen, wie schon gesagt, durch Eintiefungen und Lösungen von Gipsgestein durch Wasser. Das nachfolgende Bild zeigt eine solche Rille. Wandere und Radfahrer sollten diese bei nassem Wetter unbedingt meiden.

Das war es erst einmal mit dem zweiten Beitrag. Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr habt etwas Neues erfahren. Für Fragen stehe ich natürlich zur Verfügung.



In diesem Sinne…
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