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Naturschutz - weil's wichtig ist.

Herbstwanderung durch den Südharz - III


Dieser Beitrag ist der Dritte aus einer Reihe von vier. Wer die ersten zwei Artikel noch nicht gelesen hat, ist zum besseren Verständnis empfohlen, der klickt bitte hier und hier.

Aus dem Wald heraus geht es direkt auf eine Streuobstwiese. Solch eine Wiese ist das beste Beispiel für eine nachhaltige und ökologische Wirtschaftsform. Die Obstsorten wachsen hier ohne synthetische Chemikalien und Pflanzenschutzmittel. Ich bin ein bekennender Fan von Streuobstwiesen. Unsere Nahrung wäre eine bessere hätten wir mehr davon.



Diese Wiese befindet sich bereits in der Kernzone des Gebietes, das bedeutet eigentlich darf man hier gar nicht entlang wandern aber im Rahmen einer solchen Führung ist dies möglich.
Seit Winter 2002/2003 werden die dortigen Streuobstwiesen kartiert. Von ca. 1250 ha hat man bereits 950ha geschafft. Man teilt sie dabei in sechs Pflegestufen ein wobei die Stufe I für gemähte und “ordentlich intakte” Flächen gilt, die Stufe VI jedoch für “verwahrloste” Wiesen, auf denen schon Waldbäume wachsen, man den ursprünglichen Charakter aber noch erkennen kann.



Es gibt sogar einen kurfürstlichen Erlass aus dem Jahre 1808 der besagt, dass alle Beamten und frisch Vermählte 6 Nutzbäume anbauen sollen um für genügend Obst zu sorgen. 
Wie man auf den Bildern bereits sehen kann, hat das schöne Wetter uns im Stich gelassen. Von nun an sollte es nebelig und regnerisch werden.



Eine Gefahr für die Streuobstwiesen ist auf dem oberen Bild zu sehen. Die hier angepflanzte Schwarz Kiefer, Pinus nigra, hat so ein ausgesprochen aggressives und schnelles Wachstum, dass ihre jungen Triebe einen Fläche in kürzester Zeit besiedeln und alles andere Pflanzenleben unmöglich wird. Wie sich diese Fläche entwickelt wird sich in der nächsten Zeit zeigen.

Einen besonderen Überlebenskünstler zeigt das untere Bild. Wer meine bisherigen Beiträge aus dem Sommer aufmerksam gelesen hat, dürfte die Pflanze bereits kennen.



Hierbei handelt es sich um Heidekraut, Caluna vulgaris,  welches sich auch auf diesen Flächen angesiedelt hat. Zum besseren Verständnis sei erwähnt, dass sich in dem durchwanderten Gebiet die unterschiedlichsten Lebensräume nahtlos aneinander reihen. Man kommt vom Wald direkt in einen Halbtrockenrasen und von da aus mit nur einem Schritt auf eine Frischwiese.
Caluna vulgaris jedoch ist ein wahrer Überlebenskünstler. Sie besiedelt die ärmsten Standorte und kommt dort zur vollen Blüte. Wie aber macht sie das? Das Zauberwort heißt Entomykorrhiza.  Ein oder eine Mykorrhiza ist ein Pilz, der mit Pflanzen, vorzugsweise Bäumen, in Symbiose lebt. Bäume ummanteln so ihre Wurzeln und vergrößern dadurch die Wurzeloberfläche und können so besser Nährstoffe und Wasser aufnehmen. Genau das macht das Heidekraut. Man geht davon aus, dass ca. 90% aller Bäume eine Verbindung mit solchen Pilzen eingehen. Ganz bekannt dafür ist die Rotbuche, Fagus sylvatica.

Wie bereits erwähnt, befindet sich das ganze Gebiet auf einer Karstschicht. Daher kann es hin und wieder mal passieren, dass so ein Hohlraum in sich zusammenfällt, man spricht dann von einem Erdfall, wie so ein Erdfall aussieht zeigen die unteren Bilder, mit denen ich auch diesen Beitrag beenden möchte.


 



In diesem Sinne und bis morgen…
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