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Wie im Sandkasten

Quelle: www.feldlerche-sylt.de
Auf Sylt werden abgetragene Dünen wieder aufgefüllt. Dazu sind Schiffe und Bagger auf einer Küstenlänge von 24 km im Einsatz. Das Zauberwort heißt "Sandvorspülung".

Sturm und Meer nagen seit ewigen Zeiten an Sylt, genauer an den Stränden. Bis zu einer Million Kubikmeter werden pro Jahr von der Nordseeinsel durch unaufhörlichen Wellenschlag abgetragen. Besonders schlimm trifft es die Insel, wenn Sturmfluten auf das Land treffen. Damit Deutschlands schönste Insel nicht verschwindet, spült man in einem aufwendigen Verfahren Nordseesand an die Strände. Und das seit mehr als 40 Jahren. Die jüngste Kartierung der Sturmflutschäden durch den Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein ist deutlich: Auf einer Küstenlänge von 24 km gab es Dünenabbrüche, davon fast zehn Kilometer Schäden im Vordünenbereich und mehr als zwei Kilometer Schäden im Randbereich und Kliffs.

Doch die Nordmänner lassen sich den Landraub nicht so einfach gefallen. Wenn im Frühjahr die Sturmfluten abflauen, rücken auf Sylt Baggerschiffe und Bulldozer an, um wieder frischen Sand an die Westküste der Insel zu schaffen. "Sandvorspülung" nennt sich das Verfahren. Es hat sich auch nach der Sturmflut im letzten Jahr bezahlt gemacht.

Die Vorspültechnik bedient sich der selben Technik, mit der das Meer zuvor das Material bereits abgetragen hat: Die Mineralpartikel werden durch strömendes Wasser über längere Strecken transportiert. Statt natürlicher Meeresdünung verwenden die Saniere allerdings riesige, auf Schiffen befestigte Saugbaggeranlagen. Diese Schiffe pumpen weit vor der Küste ein Gemisch aus dem teilweise zuvor mechanisch vom Boden gelösten Sand und Salzwasser in ihre Tanks. Dabei setzt sich der Sand im Schiffsbauch ab, das Wasser läuft zurück ins Meer. Wenn das Baggerschiff mit rund 1800 Tonnen Sand vollbeladen ist, fährt es zurück zur Küste.

Für die klassische Sandvorspülung direkt auf den Strand, wird der Sand wieder mit Wasser gemischt und durch einen Düker bis zu zwei Kilometer weit an Land gepumpt. Dort verteilt ein Rohrleitungssystem den Sand-Wasser-Brei an die Punkte, an denen sie auf den Strand gespült wird. Die flächige Verteilung an Land übernehmen dann die Baumaschinen.

So, das war mal ein kleiner Exkurs. Das Thema interessiert mich zur Zeit besonders, nicht nur berufsbedingt und so dachte ich, es ist vielleicht auch etwas für euch.



In diesem Sinne...



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