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Eschensterben aktuell


Über das Eschensterben wurde in den Medien schon des Öfteren berichtet. Jetzt hat ein neuer Mitspieler das Feld betreten und macht es noch schlimmer.
Die Esche hat aktuell kein einfaches Leben. Nach Buche und Eiche ist sie der wichtigste Forstbaum in Deutschland. Seit Jahren setzt ihr ein Pilz-Parasit ihr mächtig zu. Das Falsche Weiße Stengelbrecherchen lässt neun von zehn Eschen erkranken und Absterben. Als ob das nicht genug wäre, mischt ein Käfer aus Nordamerika in diesem Spiel mit. Der Asiatische Eschenprachtkäfer. Er hat eine markante metallisch grüne Farbe und misst gerade einmal 15 Millimeter. In den USA sind seinetwegen bereits Millionen von Eschen abgestorben. Inzwischen hat man Kunde darüber erhalten, dass sich der Käfer auch in Russland, genauer in der Nähe von Moskau, angesiedelt hat und sich ungehemmt ausbreitet. Allerdings bekämpft Russland ihn nicht, da er im westlichen Teil dieses riesigen Landes natürlich vorkommt. Aber was mach diesen anderthalb Zentimeter großen Käfer so gefährlich? Die Larven fressen serpentinenförmige Gänge ins Holz und zerstören so das Teilungsgewebe der Esche. Stark befallene Bäume sterben innerhalb weniger Jahre ab. Zwar hat die EU den Käfer umgehend auf die Liste für Quarantäne-Organismen gesetzt  und von Russland importiertes Holz muss käferfrei (durch Hitze- oder Gasbehandlung) sein, allerdings ist es illusorisch zu glauben, dass diese Maßnahmen ausreichen würden. Was nämlich nicht kontrolliert wird ist das Transportmedium. Unbemerkt kann der Käfer auf Lkw-Ladeflächen oder Eisenbahnwagons ins Land kommen.Obendrein kommt der Privatverbraucher ins Spiel. Immer mehr kaufen ihr Brennholz wegen des geringeren Preises in Russland. Wie so oft bei Neophyten lässt sich die Ausbreitung nur verzögern, nicht aber stoppen. Die Esche könnte sich somit zwei weiteren Laubgehölzen die den Kampf gegen Schädlinge verloren haben anschließen. Berg- und Feldulme sind weitgehend aus unseren Wäldern verschwunden. Auch hier trägt ein asiatischer Pilz die Schuld. Erst im Juni 2013 wurde die Japanische Esskastanien-Gallwespe nachgewiesen. Auch eine Art die auf der Liste für Quarantäne-Organismen steht und eigentlich nicht auftauchen dürfte. Wie sich unser Wald in Zukunft gestaltet bleibt abzuwarten. Die typisch mitteleuropäischen Arten werden auf lange Sicht schwinden.



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