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Der Phänologische Kalender

[caption id="attachment_2885" align="alignleft" width="300"]Pulsatilla vulgaris, aufgenommen mit Blende f4 Pulsatilla vulgaris[/caption]

Schaue ich aus dem Fenster meines Arbeitszimmers, so sehe ich einen wunderschön blühenden Kirschbaum. Ebendieser brachte mir die Idee  dieses Beitrages. Im Laufe der Geschichte gab es eine Unzahl von verschiedenen Kalendern. Angefangen bei "einfachen" Sternbeobachtung über die Jahreszeiten, bis hin zu unserem Gregorianischen Kalender hat sich die Menschheit schon allerhand Hilfsmittel bedient um einigermaßen strukturiert durch das Jahr zu kommen. Eine Möglichkeit den Durchblick zu behalten ist jedoch eher weniger bekannt. Die Phänologie der Pflanzen. Dem darauf basierenden Kalender liegt das Erscheinen bzw. Blühen verschiedener Pflanzen zu Grunde. Das sieht zwar optisch schöner aus als ein Blatt Papier mit Zahlen, jedoch liegen die Tage pro Jahr manchmal deutlich auseinander, da sie maßgeblich von den Entwicklungen in der Natur abhängen. Zum System: Es werden zu jeder phänologischen Jahreszeit sogenannte Zeigerpflanzen zugeordnet.  Welche das sind, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass ihr in jedem Jahr nach den gleichen Pflanzen guckt. Lassen wir das Jahr bspw. mit der Blüte von Obstbäumen beginnen. In meinem Falle, mit der Kirsche. Logischerweise tritt die Kirschblüte in jedem Jahr zu verschiedenen Zeiten ein. Auch in der Phänologie gibt es Jahreszeiten:




  • Vorfrühling: Beginn mit Blüte von Hasel, Märzenbecher und Schneeglöckchen, Ende mit Blüte der Salweide

  • Erstfrühling: Beginn mit Blüte der Forsythie sowie von Beerensträuchern wie der Stachelbeere und Obstbäumen wie Kirsche, Pflaume und Birne, von Schlehe und Ahorn; Laubentfaltung von Birke und Buche.

  • Vollfrühling: Blüte von Apfel, Flieder und Rosskastanie; Laubentfaltung von Eiche und Hainbuche.

  • Frühsommer: Blüte von Holunder, Roggen, Robinie sowie Blütehöhepunkt der Wiesen und Getreidefelder; am Ende des Frühsommers erste Heumahd.

  • Hochsommer: Lindenblüte und Reife von Johannisbeere und Winterroggen.

  • Spätsommer: Heideblüte, Reife früher Obstsorten und der Eberesche, Getreideernte und zweite Heumahd.

  • Frühherbst: Herbstzeitlosenblüte, Reife von Holunder und Rosskastanie, Höhepunkt der Obsternte.

  • Vollherbst: Kartoffelernte und allgemeine Laubverfärbung.

  • Spätherbst: Zeit des allgemeinen Laubfalls und Abschluss der Vegetationszeit.

  • Winter: Periode zwischen Ende der Vegetationszeit und Haselblüte. Winterbeginn mit dem Auflaufen des Winterweizens (via NABU).


Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat auf seiner Seite eine interessante Zusammenstellung von Daten zu diesem Thema. Für regionale Infos kann man sich den Zeitpunkt Vegetationsentwicklung anzeigen lassen. Für den schönsten Freistaat der Welt sieht das ungefähr so aus.




[caption id="attachment_2900" align="aligncenter" width="660"]Phänologie in Sachsen (Quelle: DWD) Phänologie in Sachsen (Quelle: DWD)[/caption]
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