Naturgebloggt

Naturschutz - weil's wichtig ist.

Makrofotografie - die Sache mit der Blende

Seit ein paar Tagen befasse ich mich verstärkt mit dem Feld der Makrofotografie. Zum Einsatz kommt dabei ein Sigma Objektiv 105mm/f 2.8 . Sicherlich nicht das beste auf dem Markt aber für meine Zwecke mehr als ausreichend. Da ich noch absoluter Neuling bin und mir alles mehr oder weniger autodidaktisch beibringe, sind meine Bilder alles andere als perfekt. Daher habe ich mich entschlossen, in unregelmäßigen Abständen über meine eventuellen Fortschritte zu berichten und, wer weiß, vielleicht kann der ein oder anderer Leser ja etwas aus den Beiträgen mitnehmen.


Ein Bild mit Makro-Motiven steht und fällt mit der Gestaltung bzw. der Zusammenstellung der Farben.  Nicht selten sieht es auf dem Kamerabildschirm besser aus als auf dem Monitor. Ebenfalls macht Wind bzw. das leichteste Lüftchen die Sache nicht gerade leichter. Hat man das Motiv scharfgestellt, durch die Festbrennweite geht das nur mittels Verrücken der Kamera, und den 2-Sekunden Auslöser aktiviert, kommt spätestens dann die erste Windböe. Um das zu vermeiden, habe ich mir einen "Schutzkasten" aus Acryl gebastelt.




[caption id="attachment_2878" align="aligncenter" width="660"]"Schutzkasten" im Einsatz "Schutzkasten" im Einsatz[/caption]

So ausgerüstet kann bis Windstärke 12 gefahrlos geknipst werden. Zur Not kommt halt ein Stein auf den Kasten. Nun aber zum eigentlichen Thema. Makros zeichnen sich ja durch eine enorme detailtreue aus. Meist werden kleine Motive bildschirmfüllend abgebildet. Insekten Augen füllen ganze Leinwände und Pflanzenbestandteile werden übermannsgroß . Schaut man sich den Beitrag von gestern an, so fällt bei der Kuhschelle (lila Blume) auf, dass nur der Stempel scharf ist, alles andere wirkt verschwommen. Wieso? Ganz einfach, die Blende ist schuld. Je größer die Blendenzahl, desto geschlossener die Blende. Stellt man von Blende 2,8 auf Blende 8,0 so nennt man das auch "Abblenden" und erzielt den Effekt der Schärfentiefe. Um das zu demonstrieren, habe ich heute mal ein paar Beispielbilder geschossen.


Den Anfang macht, wie üblich, die Küchenschelle Pulsatilla vulgaris. Im oberen Bild wirkt lediglich die linke Blüte scharf, alle anderen sind verschwommen. Ebenso das Grün am linken Rand und der Hintergrund. Aufgenommen wurde das Bild mit einer Blende f4.




[caption id="attachment_2885" align="aligncenter" width="660"]Pulsatilla vulgaris, aufgenommen mit Blende f4 Pulsatilla vulgaris, aufgenommen mit Blende f4[/caption]

Auf dem zweiten Bild wurde die Blendenzahl auf f32 erhöht bzw. die Blende an sich wurde geschlossen. Ich vergleiche es gerne mit dem Zusammenkneifen des Auges, wenn man in die Ferne blickt. Das Resultat ist ein größerer Schärfebereich.




[caption id="attachment_2884" align="aligncenter" width="660"]Pulsatilla vulgaris, aufgenommen mit Blende f32 Pulsatilla vulgaris, aufgenommen mit Blende f32[/caption]

Die folgenden Bilder sind alle nach dem gleichen Muster entstanden. Zuerst das Bild mit kleiner Blendenzahl und geöffneter Blende, dann große Blendenzahl mit geschlossener Blende, die Einstellungen stehen auch unter dem jeweiligen Bild.




[caption id="attachment_2882" align="aligncenter" width="660"]Pulsatilla vulgaris, aufgenommen mit Blende f4 Pulsatilla vulgaris, aufgenommen mit Blende f4[/caption]

[caption id="attachment_2883" align="aligncenter" width="660"]Pulsatilla vulgaris, aufgenommen mit Blende f25 Pulsatilla vulgaris, aufgenommen mit Blende f25[/caption]

An dieser Stelle sei gesagt, dass ein zu scharfer Hintergrund von dem eigentlichen Motiv ablenken kann. Mir persönlich ist er im zweiten Bild zu stark und wirkt leicht störend. Natürlich lässt sich hier nicht pauschalisieren, es kommt halt auf das Motiv an.




[caption id="attachment_2880" align="aligncenter" width="660"]Muscari spec. , aufgenommen mit Blende f5,6 Muscari spec. , aufgenommen mit Blende f5,6[/caption]

[caption id="attachment_2881" align="aligncenter" width="660"]Muscari spec. , aufgenommen mit Blende f20 Muscari spec. , aufgenommen mit Blende f20[/caption]

Auch bei der Traubenhyazinthe sieht man den Unschärfe-Effekt deutlich. Auf dem zweiten Bild sind die Trauben deutlicher zu erkennen.

So, das war mal mein Beitrag zu den ersten Erlebnissen in der Makrofotografie. Die richtigen und talentierten Fotografen unter euch sind ausdrücklich dazu aufgefordert, in den Kommentaren ihre Meinung zu hinterlassen. Sagt mir eure Tipps und Tricks oder lasst es mich wissen, wenn ich hier absoluten Murks geschrieben habe.

Content by Naturgebloggt · © Design by Be KreaTief ·copyright by naturgebloggt 2013-2015 · Based on Five by 5202